Versorgungssicherheit auch ohne Wind und Sonne

Heike Wermer informiert sich über Biogastechnologie

01.10.2020
Siegfried Borchert (Prokurist LP Energy), Henning Rehbaum MdL, Daniel Hoffschlag (Vertrieb LP Energy), Heike Wermer MdL, Christian Pries (Geschäftsführer LP Energy), Annette Demes (CDU Ahaus)
Siegfried Borchert (Prokurist LP Energy), Henning Rehbaum MdL, Daniel Hoffschlag (Vertrieb LP Energy), Heike Wermer MdL, Christian Pries (Geschäftsführer LP Energy), Annette Demes (CDU Ahaus)

Ahaus. Um die Zukunftsfähigkeit der Bioenergie, insbesondere der Biogasanlagen ging es beim Besuch der heimischen Landtagsabgeordneten Heike Wermer am Montag bei der Firma LP Energy Biogas-Service. Begleitet wurde sie dabei vom wirtschaftspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion NRW, Henning Rehbaum (Kreis Warendorf).

„Wir brauchen ein Signal der Politik, dass man uns noch will“, kam Geschäftsführer Christian Pries gleich auf den Punkt. Die heutigen Anlagen seien technisch ausgereift und sicher. „Vor allen Dingen brauchen sie entgegen der landläufigen Meinung immer weniger Mais und können mit Mist bzw. Gülle effizient betrieben werden“, ergänzte Siegfried Borchert, Prokurist der Firma LP Energy. Hintergrund ist die Novellierung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), welches man seitens der Firma grundsätzlich positiv bewerte. Allerdings bräuchten viele Betreiber einer Biogasanlage baldmöglichst auch eine wirtschaftliche Perspektive, sei es beim Bau einer neuen oder beim sogenannten „Repowering“ einer bestehenden Anlage. Bis Mitte der 2020er Jahre fielen sonst viele Anlagen einfach weg, weil es sich schlicht nicht mehr lohne. „Dabei sorgen moderne Biogasanlagen, wenn die Sonne nicht scheint oder kein Wind weht, vor Ort für Versorgungssicherheit. Dieser Dreiklang aus Biogas, Wind und Solarenergie sei nach wie vor wichtig, um die Energiewende konsequent weiterzuführen“, so Pries weiter. Daniel Hoffschlag, Vertrieb bei LP Energy, verwies ergänzend darauf, dass Biogasanlagen deshalb einen wichtigen Punkt des gesamten Netzes darstellen, der oft unterschätzt werde.

Daran anknüpfend gab Hermann-Josef Benning, Regionalgruppensprecher für das Münsterland des Fachverbands Biogas, einen Ein- und Ausblick in die Entwicklung der Branche und die Biogastechnologie.

Auch gesetzliche Hürden und Genehmigungsregelungen sind in Zukunft wichtige Ansatzpunkte: Einher mit dem Bau bzw. der Modernisierung einer Anlage gehen langwierige Genehmigungsverfahren und Auflagen, die schneller und nachvollziehbarer werden müssen, sind sich Pries und Borchert einig. Die Landespolitiker gaben hierzu den Ausblick, die Thematik in Düsseldorf aufzugreifen, auch wenn einzelne Bausteine nur durch den Bund verändert werden können, wie das EEG. „Nordrhein-Westfalen wird in dieser Thematik auch mitreden und Vorschläge einbringen“, gab sich Henning Rehbaum zuversichtlich.

„Die Energiebranche braucht Verlässlichkeit und Planungssicherheit bei alten und neuen Vorhaben. Gerade bei uns im Kreis Borken sehen wir das enorme Knowhow im Bereich erneuerbarer Energien. Auch in Zukunft ist dabei eine Kombination aus Wind, Sonne und Biogas wichtig“, schloss Heike Wermer ab.